• Judith Hages

Geschichten und ihr Einfluss auf den Alltag


Geht es dir auch so? Du recherchierst, erstellst Figuren und Plots, bist ganz tief drin in der Materie und hast das Gefühl, deine Protagonisten wirklich zu kennen...

Oder du liest einen Roman, der dich so sehr fesselt, dass du auch im Alltag von ihm beeinflusst wirst.


Bei meinem Debütroman #zeitenschmiede erging es mir so. Ich war zeitweise, wenn ich viel recherchiert habe, auch im Alltag irgendwie nicht anwesend. Ständig musste ich an meine Protagonisten und die Situationen, die sie durchmachen mussten, denken.

Das ging einmal so weit, dass ich regelmäßig Albträume hatte - in einer Phase, als ich viel über den Zweiten Weltkrieg und die Flucht aus Ostpreußen recherchieren musste.

Ich setzte mich extrem unter Druck. Obwohl ich merkte, dass ich jetzt vollständig drin bin und am besten schreiben konnte, ging es mir im Alltag immer schlechter.

Ich war nur noch körperlich anwesend. Mein Partner riet mir zu einer Pause. Doch das hätte meine Kreativität und den Schreibfluss gestört. Ich wollte weiter machen.

Ende vom Lied: Magenschleimhautentzündung. Mein Körper entschied für mich. Und es tat gut, ein wenig Abstand zu gewinnen.


Es ist ein schönes Gefühl, eins mit seiner Geschichte zu werden, doch der Alltag und die Familie und vor allem man selbst sollte nicht vernachlässigt werden. So sehe ich das jetzt.

Ein Ausgleich ist wichtig, gerade, wenn man über eine schreckliche Epoche wie den Zweiten Weltkrieg schreibt.



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